Gosheimer Seifenkistenrennen – nicht irgendeine Veranstaltung

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Gosheimer Seifenkistenrennen – nicht irgendeine Veranstaltung 

Vom kleinen Spaß zur echten Rennveranstaltung: Das Seifenkistenrennen in Gosheim hat sich seit seinen Anfängen 2007 zu einem regelrechten Technik-Wettbewerb gemausert. Im Mittelpunkt steht dabei inzwischen neben dem Geschehen auf der Rennstrecke und in der Boxengasse das Derby unter den beteiligten Unternehmen, das die Schuler OHG seit Jahren dominiert hat.

Als 2006 die Idee für das Gosheimer Seifenkistenrennen geboren wurde, da ahnte wohl noch keiner, welche Dimensionen die Veranstaltung bekommen würde: Bärbel Weber und Tom Hermle, Unternehmer aus Gosheim, hoben das Rennen als Ergänzung zum verkaufsoffenen Sonntag im Oktober aus der Taufe. Die Idee dabei: Spaß haben und Gutes tun. Denn der Reinerlös aller Veranstaltungen an diesem verkaufsoffenen Sonntag kommt jedes Jahr dem Verein „Gosheimer Freunde der Behinderten" zugute. Und je mehr Publikum dieser Tag anlockt, desto besser für die Spendenkasse, die über den Verein an Behinderteneinrichtungen im Landkreis Tuttlingen fließt.

Beim ersten Seifenkistenrennen war die Starterzahl freilich noch überschaubar: Drei Fahrzeuge und sechs Fahrer gingen 2007 an den Start. Doch die Idee fiel auf fruchtbaren Boden, vor allem bei den Unternehmen vor Ort: Schon im zweiten Jahr startete in dem auf 13 Seifenkisten und 20 Fahrer angewachsenen Feld ein Fahrzeug, das als Azubi-Projekt eines ortsansässigen Maschinenbauers entstanden war. Auch Martin Schuler, Geschäftsführer der Schuler OHG, ließ sich nun von der Idee anstecken, eine Seifenkiste zum Ausbildungsprojekt zu machen. Und als das erste Fahrzeug aus dem Schuler-Azubi-Team dann im Rennen 2009 an den Start ging, war ein neuer Star der Seifenkisten-Szene in Gosheim geboren: Auf Anhieb holte sich das Schuler-Team den Mannschaftssieg.

Inzwischen hat sich aus dem anfangs eher improvisierten Geschehen rund um das Rennen eine veritable Rennsportveranstaltung entwickelt: Ein strenges Reglement legt genau fest, wie die Fahrzeuge in Sachen Technik und Sicherheit beschaffen sein müssen. Maximales Gewicht und Abmessungen sind ebenso festgelegt wie die unterschiedlichen Wertungsmodalitäten in den verschiedenen Wettbewerben.

Und auch das Drumherum wurde gehörig professionalisiert: Von der automatischen Startrampe mit integrierter Waage über die digitale Zeitmessung bis hin zu Livebildern von der Strecke und aus Bordkameras in Festzelten wird aufgeboten, was technisch machbar ist und Spaß bringt.  Besondere Spannung bringen natürlich die Rennläufe des Firmencups: Hier gehen die wohl ausgereiftesten Boliden an den Start, und im Vorfeld des Rennens investieren die Teams aus Auszubildenden und Studenten aus den Reihen der jeweiligen Unternehmen viel Zeit und Arbeit, um mit besten Siegchancen an den Start gehen zu können. Zahllose Stunden für Studien zu Aerodynamik, aktueller Fahrzeugbau-Technologie und Werkstoffkunde stecken in den Fahrzeugen, die von Rennjahr zu Rennjahr ausgefeilter werden. Denn so gerne die Betriebe der Region sonst zusammenarbeiten: Beim Seifenkistenrennen steht man im harten Wettbewerb um die entscheidenden hundertstel Sekunden.

Neben dem Renngeschehen selbst steht die Boxengasse am Renntag im Fokus der über die Jahre immer zahlreicher gewordenen Besucher des Seifenkistenrennens: Hier werden nicht nur letzte Arbeiten an den Boliden erledigt, bevor es auf die Piste geht. Wer Lust auf „Trockenübungen" hat, kann sich an einem Formel 1-Rennsimulator versuchen. Die mit eigenen Teams zum Rennen gemeldeten Unternehmen zeigen in der Boxengasse auch, was sie technisch so drauf haben: Die Betriebe präsentieren Vorführungen und Informationen rund um Portfolio, Ausbildung und Berufe - auch die Boxengasse hat also jede Menge Information und Unterhaltung zu bieten.